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Lesungen 02.02.2017


1. Lesung vom Fest Darstellung des Herrn:
Mal 3,1-4

Lesung aus dem Buch Maleachi:

Seht, ich sende meinen Boten;
er soll den Weg für mich bahnen.
Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr,
den ihr sucht,
und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht.
Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere.
Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt?
Wer kann bestehen, wenn er erscheint?
Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen
und wie die Lauge im Waschtrog.
Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen:
Er reinigt die Söhne Levis,
er läutert sie wie Gold und Silber.
Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen.
Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein
wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.



Zeitlich befinden wir uns in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts vor Christus, örtlich in Jerusalem. Die Zeit des babylonischen Exils ist vorüber. Viele sind heimgekehrt und der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut. Die Heimkehrer sind der Willkür der örtlichen Instanzen ausgeliefert. Den Besitz bzw. das Eigentum der Exilanten haben sich natürlich Daheimgebliebene sowie eine nichtjüdische Oberschicht unter den Nagel gerissen bzw. wurden damit seitens der babylonischen Fremdherrschaft belehnt. Die jetzige persische Reichsregierung kümmert sich auch nicht um die Heimkehrer. Viele jüdische Rückkehrer versuchen ihre Situation durch Einheirat in die Oberschicht zu verbessern. Jedenfalls bedeuten diese Zustände eine gewaltige Portion Frustration. Noch einen weiteren Nährboden hat diese Frustration. Diese ruft den Propheten Maleachi bzw. den unbekannten Propheten, der eben als Maleachi bezeichnet wird, auf den Plan: Im Exil wuchs die Hoffnung und die Vorstellung, dass mit dem Ende des Aufbaues des Tempels in Jerusalem der Messias kommen werde. Da dem nicht so ist, verringert sich die Zahl der Jahwetreuen. Nur wenige halten am Glauben und an dieser Erwartung fest. Viele lassen nicht nur vom Jahweglauben, sondern die Sitten verrohen und Missstände von religiösen Bereichen bis hin in gesellschaftliche treiben Hochkonjunktur. Maleachi tritt wortstark gegen diese Situation an. Zugleich malt er aus: Ja was ist, wenn der Herr kommt!? Wenn er einzieht in Jerusalem, in den Tempel!? Er kommt zum Gericht! Damit ist nicht eine Vernichtung gemeint! Der Prophet macht deutlich, dass die Hoffnung auf den Messias nicht aufzugeben ist, und er selbst daran weiterhin festhält. Er selbst, der Prophet, ist somit der Bote, der vorausgesandt ist. Dies entspricht dem Schema, dass Herrscher eben Boten vorausschicken, um angekündigt zu werden.


Antwortpsalm am Fest der Darstellung des Herrn
Ps 24, 7-10

R: Der Herr der Heere,
er ist der König der Herrlichkeit. - R

Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten;
denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Wer ist der König der Herrlichkeit?
Der Herr, stark und gewaltig,
der Herr, mächtig im Kampf. - (R)

Ihr Tore, hebt euch nach oben,
hebt euch, ihr uralten Pforten;
denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Wer ist der König der Herrlichkeit?
der Herr der Heerscharen,
er ist der König der Herrlichkeit. - R


2. Lesung vom Fest Darstellung des Herrn:
Hebr 2,11-12. 13c-18

Lesung aus dem Hebräerbrief:

Er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden,
stammen alle von Einem ab;
darum scheut er sich nicht, sie Brüder zu nennen
und zu sagen: Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden,
inmitten der Gemeinde dich preisen;
und ferner:
Seht, ich und die Kinder, die Gott mir geschenkt hat.
Da nun die Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind,
hat auch er in gleicher Weise Fleisch und Blut angenommen,
um durch seinen Tod den zu entmachten,
der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel,
und um die zu befreien, die durch die Furcht vor dem Tod
ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren.
Denn er nimmt sich keineswegs der Engel an,
sondern der Nachkommen Abrahams nimmt er sich an.
Darum musste er in allem seinen Brüdern gleich sein,
um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein
und die Sünden des Volkes zu sühnen.
Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat,
kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.



Eine gut und wohl durchfeilte Rede ist dieser Hebräerbrief und wird somit zu Recht als Predigt bezeichnet. Mit einem Brief im direkten Sinne hat er demnach nichts zu tun. Der Verfasser hält sich auch nicht an das antike Briefmuster. Weil der Text ständig Bezug nimmt auf Schriftstellen des Alten Bundes, meinte man, es sei ein an Judenchristen adressierter Brief. Somit die Bezeichnung: Hebräerbrief. Der Verfasser wendet sich an eine Gemeinde, in der es mit dem Glauben an Christus nicht mehr zum Besten bestellt ist. Laxheit, ja sogar Glaubensabfall haben sich eingeschlichen. Den gemeinsamen Gottesdienst besuchen anscheinend viele nur mehr oder gerade noch aus Gewohnheit. Der Heilsbotschaft stehen die Christen nur mehr schwerhörig gegenüber. Der Schreiber befürchtet, die Gemeinde könnte überhaupt zu Fall kommen, wie dies bereits das Volk des Alten Bundes mehrfach vorexerziert hat. Dem wird nun die Wesensverwandtschaft von Erlöser und Erlösenden gegenübergestellt. Jesus gehört zum Seinsbereich Gottes und zugleich zu den Menschen. Er stammt von Gott und kann sich zugleich zu den Menschen / Brüdern bekennen. Die Wesensverwandtschaft zwischen Erlöser und Erlösenden wird unterstrichen. Ich und Kinder meint die Zusammengehörigkeit zwischen Jesus und den Glaubenden. Durch diese Beziehung wirkt sich der universale Heilswille Gottes auf die Menschen aus. Durch die Annahme von Fleisch und Blut und somit auch des Todes gelangt er zum Heil und dies ist auch der Weg der Menschen. Dadurch redet der Verfasser des Textes wider einen herrschenden Heils- und Lebenspessimismus. Durch den Tod und die Auferstehung Jesu wird die Todesmacht und die Satansmacht überwunden und dies wird den Glaubenden zuteil. Wie Gott sich auf die Seite dieses Jesus gestellt, stellt er sich auf die Seite der Menschen. Und dieser Jesus ist nicht nur eine geschichtslose Gestalt. Was diesem Jesus zuteil wurde, wird allen zuteil. Gott ließ ihn nicht im Tod, sondern erhöhte ihn zu sich.


Ruf vor dem Evangelium am Fest der Darstellung des Herrn
vgl. Lk 2,32

Halleluja. Halleluja.
Ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für das Volk Israel!
Halleluja.


Evangelium vom Fest Darstellung des Herrn:
Lk 2,22-40

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:

Es kam für die Eltern Jesu
der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung.
Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf,
um es dem Herrn zu weihen,
gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt:
Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.
Auch wollten sie ihr Opfer darbringen,
wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt:
ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon.
Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels,
und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden,
er werde den Tod nicht schauen,
ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.
Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt;
und als die Eltern Jesus hereinbrachten,
um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war,
nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Nun läßt du, Herr, deinen Knecht,
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte,
die über Jesus gesagt wurden.
Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu:
Dieser ist dazu bestimmt,
daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen
und viele aufgerichtet werden,
und er wird ein Zeichen sein,
dem widersprochen wird.
Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden.
Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.
Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna,
eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher.
Sie war schon hochbetagt.
Als junges Mädchen hatte sie geheiratet
und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt;
nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren.
Sie hielt sich ständig im Tempel auf
und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
In diesem Augenblick nun trat sie hinzu,
pries Gott und sprach über das Kind zu allen,
die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Als seine Eltern alles getan hatten,
was das Gesetz des Herrn vorschreibt,
kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.
Das Kind wuchs heran und wurde kräftig;
Gott erfüllte es mit Weisheit,
und seine Gnade ruhte auf ihm.



Mit dem Kind Jesu wird nach den Bestimmungen des mosaischen Gesetzes verfahren (Ex 13:12-15 u. Gal 4:4). Vierzig Tage nach der Geburt Jesu gehen Maria und Josef in den Tempel, um ihr Kind Gott zu weihen. Es empfängt bei der Beschneidung den Namen Jesus, d.h. 2Gott rettet". Reinigung fasst zusammen, was mit der Mutter und dem Kind, weil es der erstgeborene Knabe war, nach dem Gesetz zu geschehen hatte. Diese alte jüdische Tradition weißt darauf hin, dass das Kind nicht den Eltern gehört, sondern Gott. In der Zeugung, der Schwangerschaft und der Geburt ist Gott selbst am Werk. Jedes neugeborene Kind ist eine neue Schöpfung Gottes. Im Tempel zu Jerusalem offenbart Gott durch seinen Propheten und eine Prophetin, wer dieses Kind ist und was es für Juden und Heiden bedeutet: Heilbringer, Entscheidungsgestalt und Erlösung Jerusalems. Simeon spürt, er kann jetzt sterben, denn er hat "das Heil gesehen", auf das er zeitlebens gewartet hat. Jesus aber kommt nicht in eine heile Welt, aber er ist das Heil der Welt. Das Kind ist das große Geschenk Gottes – umso mehr, wenn diese Kind der Retter Israels ist. An ihm werden sich die Geister scheiden. Die einen werden ihr Leben an Jesus binden, die anderen werden es ablehnen, ja ihn bekämpfen. Doch alle die kommenden Konflikte können das Band der Liebe zwischen Gott und Menschen, das mit seiner Menschwerdung konkret geworden ist, nicht mehr unterbinden.


Kurzfassung des
Evangeliums vom Fest Darstellung des Herrn: 
Lk 2:22-32

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:

Es kam für die Eltern Jesu
der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung.
Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf,
um es dem Herrn zu weihen,
gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt:
Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.
Auch wollten sie ihr Opfer darbringen,
wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt:
ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon.
Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels,
und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden,
er werde den Tod nicht schauen,
ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.
Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt;
und als die Eltern Jesus hereinbrachten,
um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war,
nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Nun läßt du, Herr, deinen Knecht,
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.