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Lesungen 05.02.2017


1. Lesung vom 5. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A:
Jes 58,7-10

Lesung aus dem Buch Jesaja:

So spricht der Herr:
Teile an die Hungrigen dein Brot aus,
nimm die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen,
wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn
und entziehe dich nicht deinen Verwandten.
Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte,
und deine Wunden werden schnell vernarben.
Deine Gerechtigkeit geht dir voran,
die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.
Wenn du dann rufst,
wird der Herr dir Antwort geben,
und wenn du um Hilfe schreist,
wird er sagen: Hier bin ich.
Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst,
auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest,
dem Hungrigen dein Brot reichst
und den Darbenden satt machst,
dann geht im Dunkel dein Licht auf,
und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.



Almosen und gute Werke gehören in allen Religionen zu den Aufgaben der Menschen. Wo dieses aus offenem und ehrlichen Herzen geschieht, wird es von Gott und den anderen Menschen zu einem lebendigen und gutem Zeichen. - Der heutige Abschnitt gehört zum so genannten Tritojesaja, eine Sammlung verschiedener wichtiger Vorschriften, die nur in einem losen Zusammenhang stehen.


Unsere Lesung gehört zu Tritojesaja (56,1 - 66,24), dem dritten Teil des Jesajabuches. Es handelt sich um eine Sammlung von Heils- und Gerichtsworten, die mit der Verheißung an die Fremden und Kinderlosen beginnt und ihr Ende mit der Beschreibung der Endzeit und der Vision vom neuen Himmel und der neuen Erde findet. Umzukehren und sich für das Neue, das anbrechen will, vorzubereiten, dazu gibt der Verfasser Anweisungen und Orientierung. In unserer Lesung legt er dar, wie sich jeder einzelne Mensch auf die neue Erde vorbereiten soll, ja selbst dazu beitragen kann, dass diese Wirlichkeit wird.


Antwortpsalm am 5. Sonntag im Jahreskreis (A)
Ps 112,4-9

R Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht. - R
(Oder: Halleluja.)

Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht:
der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.
Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,
der das Seine ordnet, wie es recht ist. - (R)

Niemals gerät er ins Wanken;
ewig denkt man an den Gerechten.
Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung;
sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn. - (R)

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie;
denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger.
Reichlich gibt er den Armen,
sein Heil hat Bestand für immer;
er ist mächtig und hoch geehrt. - R


2. Lesung vom 5. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A:
1 Kor 2,1-5

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther:

Als ich zu euch kam, Brüder,
kam ich nicht, um glänzende Reden
oder gelehrte Weisheit vorzutragen,
sondern um euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen.
Denn ich hatte mich entschlossen,
bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus,
und zwar als den Gekreuzigten.
Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht,
zitternd und bebend zu euch.
Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung
durch gewandte und kluge Worte,
sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden,
damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte,
sondern auf die Kraft Gottes.



Das Wort vom Kreuz kommt schon gleich zu Beginn des Ersten Korintherbriefs vor. Im heutigen Lesungsabschnitt wird die Beziehung zwischen dem Kreuz und Paulus selbst dargestellt. Wenn er sich im Kontakt mit dem Kreuz verändert hat, soll es auch ein Ansporn für jeden in der Gemeinde sein, die eigene Position zu finden. Das Wort des Kreuzes ist schließlich auch eine Abgrenzung. Es geht nicht um Weisheit, sondern um Kreuzesnachfolge. Es geht nicht um das, womit man sich in der Gesellschaft gut positionieren kann, sondern um eine andere Form, das eigene Ich zu stärken.


In diesem Teil des Ersten Korintherbriefes legitimiert sich Paulus einmal mehr. Er, der durch seine gewaltige Rede ohnehin längst bekannt war, bringt zum Ausdruck, was bereits in anderen Worten in 1 Kor 1,17 ausgesagt wurde: Er rede nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird. Paulus rückt Jesus Christus in den Mittelpunkt. Für diesen tritt er ein - nicht durch Überredung, sondern mit dem Erweis von Kraft und Geist, welches beides seinen Ursprung in Gott hat. Paulus weist damit über sich selbst hinaus und beginnt so seine Abhandlung über den Geist und die Weisheit Gottes.


Ruf vor dem Evangelium am 5. Sonntag im Jahreskreis (A)
Joh 8,12

Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, hat das Licht des Lebens.
Halleluja.


Evangelium vom 5. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A:
Mt 5,13-16

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Ihr seid das Salz der Erde.
Wenn das Salz seinen Geschmack verliert,
womit kann man es wieder salzig machen?
Es taugt zu nichts mehr;
es wird weggeworfen
und von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt.
Eine Stadt, die auf einem Berg liegt,
kann nicht verborgen bleiben.
Man zündet auch nicht ein Licht an
und stülpt ein Gefäß darüber,
sondern man stellt es auf den Leuchter;
dann leuchtet es allen im Haus.
So soll euer Licht vor den Menschen leuchten,
damit sie eure guten Werke sehen
und euren Vater im Himmel preisen.



Der heutige Evangelienabschnitt setzt die Bergpredigt fort. Nach den Seligpreisungen (dem Evangelium des letzten Sonntags) an alle Menschen folgen nun die Worte an die Jünger, die herausgestellt sind. Es folgt in der Bergpredigt die Anwendung dieser Aussagen. Hier aber die beiden Aussagen: Ihr seid Salz der Erde, Ihr seid Licht der Welt. In beiden Bildern geht es neben der positiven Aussage auch um die Mahnung: Salz kann seinen Geschmack verlieren und Licht kann gegen seinen Sinn benutzt werden. Ziel des Tuns ist die Verherrlichung Gottes. Was diese guten Taten sind, kann wiederum im weiteren Verlauf der Bergpredigt gelesen werden.


Gleich zu Beginn des Wirkens Jesu in Galiläa, nachdem die ersten Jünger berufen sind und das Evangelium ersten Anklang bei den Menschen gefunden hat, beginnt Jesus seine Bergpredigt auf dem Berg der Seligpreisungen. Der Berg ist dabei ein biblisches Symbol für die Verbindung zwischen Himmel und Erde - ein Ort, wo der Mensch Gott besonders nahe ist, ein Ort, von dem auch das Gesetz im Ersten Testament gegeben wurde. In dieser Tradition steht Jesus mit seiner Bergpredigt. Er legt darin einen Maßstab für alle Menschen, die in die seine Nachfolge treten wollen. Es handelt sich um ein Summarium der Frohen Botschaft Christi. Das Bildwort vom Salz der Erde und vom Licht der Welt macht in knappen Sätzen deutlich, was mit dem Auftrag Jesu an seine Jünger gemeint ist. Beides wird ge- bzw. verbraucht zu werden. Die Frohe Botschaft darf man nicht bei sich behalten. So mögen alle Jünger Jesu nützlich sein für die Welt und sie verändern und erhellen.


Die Sprüche von Salz und Licht bzw. Leuchter finden sich in verschiedenen Überlieferungstraditionen. Ursprünglich dürften diese Bilder auf Jesu Verkündigung selbst hingewiesen haben. Hier bei Matthäus werden sie auf die Jünger hingemünzt. Im Thomasevangelium - zum Vergleich - wird die Stadt noch näher als eine gut befestigte beschrieben, welche nicht zu Fall kommen wird. Dies kann somit auf die prophetische Erwartung zurückgehen, daß der Zionsberg fest steht und nicht fallen wird. Mit Erde und Welt wird die ganze Menschheit gemeint. Was im Alten Testament mit Erde bezeichnet wird, wird in den griechischen Gemeinden mit Welt bezeichnet.