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Lesungen 07.05.2017


1. Lesung vom 4. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr A:
Apg 2,14a. 36-41

Lesung aus der Apostelgeschichte:

Am Pfingsttag trat Petrus auf,
zusammen mit den Elf;
er erhob seine Stimme und begann zu reden:
Mit Gewißheit erkenne also das ganze Haus Israel:
Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht,
diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.
Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz,
und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln:
Was sollen wir tun, Brüder?
Petrus antwortete ihnen:
Kehrt um,
und jeder von euch lasse sich
auf den Namen Jesu Christi taufen
zur Vergebung seiner Sünden;
dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung
und all denen in der Ferne,
die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird.
Mit noch vielen anderen Worten
beschwor und ermahnte er sie:
Laßt euch retten aus dieser verdorbenen Generation!
Die nun, die sein Wort annahmen,
ließen sich taufen.
An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft
etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.



Die erste Lesung stammt heute wiederum aus der Apostelgeschichte. Der Abschnitt ist eine Fortsetzung des Textes vom vorigen Sonntag. Er enthält noch den Schlusssatz der Pfingstpredigt des Apostels Petrus in Jerusalem und stellt dann die - im wahrsten Sinn des Wortes - begeisterten Reaktionen der Zuhörer dar. Die erstaunlich hohe Zahl der neu Getauften im letzten Vers ist symbolisch zu verstehen.


Die Apostelgeschichte als zweitem Teil des lukanischen Doppelwerkes beschreibt die missionarische Ausbreitung des Gotteswortes. Als Autor wird der Arzt und Paulusbegleiter Lukas genannt. Es spricht jedoch wenig für seine Autorenschaft. Als Begleiter und Mitarbeiter des Paulus hätten sich im Text mehr Nähen zu den Inhalten der Paulusbriefe gefunden als es tatsächlich sind. Am Beginn dieser Geschichte steht die Pfingstpredigt des Petrus. Er tritt als Prophet Jesu auf. Darin zeigt er an, dass Jesu Reich begonnen hat und alle Hoffnung auf dieses Reich seinen berechtigten Platz hat. Wer sich in der Umkehr auf den Weg zum verkündeten Jesus begibt, ist dem Reich ganz nahe gekommen.


1. Lesung vom 4. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr A: Apg 2,14a. 36-41 Lesung aus der Apostelgeschichte: Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Mit Gewißheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt. Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen: Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird. Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Laßt euch retten aus dieser verdorbenen Generation! Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.


Antwortpsalm am 4. Sonntag der Osterzeit (A)
Ps 23,1-6

R Der Herr ist mein Hirte,
nichts wird mir fehlen. - R     
Oder:
R Halleluja – R

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Rastplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. - (R)

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. - (R)

Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
du füllst mir reichlich den Becher. - (R)

Lauter Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit. R


2. Lesung vom 4. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr A:
1 Petr 2,20b-25

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus:

Wenn ihr recht handelt und trotzdem Leiden erduldet,
das ist eine Gnade in den Augen Gottes.
Dazu seid ihr berufen worden;
denn auch Christus hat für euch gelitten
und euch ein Beispiel gegeben,
damit ihr seinen Spuren folgt.
Er hat keine Sünde begangen,
und in seinem Mund war kein trügerisches Wort.
Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht;
er litt, drohte aber nicht,
sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.
Er hat unsere Sünden
mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen,
damit wir tot seien für die Sünden
und für die Gerechtigkeit leben.
Durch seine Wunden seid ihr geheilt.
Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe,
jetzt aber seid ihr heimgekehrt
zum Hirten und Bischof eurer Seelen.



Die zweite Lesung stammt wie am vorigen Sonntag aus dem Ersten Petrusbrief. Der Abschnitt steht dort innerhalb eines längeren Buchteils, der sich mit den rechten Verhaltensweisen der verschiedenen Gruppen von Christen in der Welt beschäftigt. Man nennt solche Texte, die in den Briefen des Neuen Testaments häufiger begegnen, auch „Haustafeln“. - Der Lesungstext enthält konkrete Anweisungen für die Sklaven, die damals einen nicht unbeträchtlichen Teil der Christenheit ausmachten.


Die Verse 18 bis 20 a, mit denen dieser Abschnitt über "die Sklaven in der Nachfolge Christi" (so die Überschrift der Einheitsübersetzung) beginnt, sind von der Leseordnung ausgenommen. So kann die Lesung auch nicht auf diesen Aspekt reduziert werden, sondern greift umfassender "die Möglichkeit christlicher Existenz unter den gegebenen bzw. aufgezwungenen Verhältnissen" auf. Grundlage des Textes ist ein Lied, das der Verfasser für seine Zwecke abwandelt, um den Sinn des Leidens zu begründen mit der Erinnerung an die Leiden Jesu. Auffallend ist, daß der Text ausschließlich vom Leiden und nicht vom Sterben spricht – weder beim Hinweis auf Jesu Leben, noch bei dem Bezug zu den Adressaten. Die Rede ist vom ungerechten Leiden, was rühmlicher ist, es zu ertragen als selber Unrecht zu tun. Im Hinblick auf die damalige Situation wird das Sklavenschicksal durchaus "als eklatanter Fall von Ungerechtigkeit beurteilt". Diese historische Situation muß bedrohlich gewesen sein in Bezug auf Schikanen und Diffamierungen, - da die Hervorhebung des ungerechten Leidens als typische Erfahrung der Christen nicht der durchgehenden Theologie des Verfassers entspricht. Ermutigung und Hoffnung soll aus dem Blick auf Jesus Christus, in Anlehnung an den leidenden Gottesknecht Jes 53, erwachsen. An ihm wird sichtbar, daß unausweichliches Leid dennoch Hoffnung in sich tragen kann. Laut Norbert Brox kann man die Rede von den Schafen und vom Hirten in Vers 25 nicht mit den kirchlichen Amtsbezeichnungen in Verbindung bringen. Es geht um Gott als Hirten und Beschützer, von dem Zuversicht und Zusammenhalt ausgehen.


Der Text steht inmitten der Anweisungen und Pflichten des Christen gegenüber dem Menschen (2,11 - 3,12). Als Adressaten der heutigen Perikope gelten zuerst die zum Glauben gekommenen Sklaven der Urkirche. Im römischen Reich gab es zur Zeit, in der der Petrusbrief geschrieben wurde, mehr Sklaven als Freie. Dem Verfasser geht es hier nicht um Kritik an der Gesellschaftsordnung. Daneben werden als weitere Adressaten auch die "versprengten und verfolgten" Christen angesprochen. Wenn jemand wegen seiner religiösen Einstellung, seinem Bekenntnis zu Christus bestraft oder verfolgt wird - so ermutigt der Petrusbrief - auf Jesus Christus, den Erlöser, zu blicken, der selbst - wie ein Sklave - geschlagen wurde und das Kreuz auf sich nehmen mußte. Christus selbst wird alle - so die Trostbotschaft des Petrusbriefes - die ihm folgen, als der gute Hirte sammeln, trösten und stärken.


Ruf vor dem Evangelium am 4. Sonntag der Osterzeit (A)
(Joh 10,14)

Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin der gute Hirt.
Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.
Halleluja.


Evangelium vom 4. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr A:
Joh 10,1-10

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:

In jener Zeit sprach Jesus:
Amen, amen, das sage ich euch:
Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht,
sondern anderswo einsteigt,
der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht,
ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter,
und die Schafe hören auf seine Stimme;
er ruft die Schafe, die ihm gehören,
einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat,
geht er ihnen voraus,
und die Schafe folgen ihm;
denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen,
sondern sie werden vor ihm fliehen,
weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus;
aber sie verstanden nicht den Sinn dessen,
was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen:
Amen, amen, ich sage euch:
Ich bin die Tür zu den Schafen.
Alle, die vor mir kamen,
sind Diebe und Räuber;
aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür;
wer durch mich hineingeht,
wird gerettet werden;
er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nur,
um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten;
ich bin gekommen,
damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Einen ausführlichen Kommentar zu dieser Perikope finden Sie unter:
http://www.perikopen.de/Lesejahr_A/04_Osterzeit_A_Joh10_1-10_Stimpfle.pdf



Das Evangelium des heutigen Sonntags besteht aus zwei Einheiten: der Bildrede Jesu vom Hirten und dem Bildwort von der Tür. Die Darstellung vom Hirten ist in sich einheitlich und störungsfrei. Das Bild ist klar gegliedert und eindeutig in der Beschreibung. Es stellt sich nun die Frage nach der Intention des Autors. Diese wird deutlich wenn man auf die Betonungen verschiedener Aspekte achtet, so etwa die Erwähnung des Diebes. Auch ist zu sagen, dass es zwar schön tönt, dass der Hirt alle Schafe bei ihrem Namen ruft, dass das aber eher unwahrscheinlich ist im Hirtenalltag. Diese Zuspitzung liegt wohl in der Übertragung der Rolle des guten Hirten auf den Gottessohn Jesus Christus begründet, der ein besonders guter Hirte seiner Herde ist. Die Form des Rätselhaften, das sich auch dem Wissen der Jünger entzieht, ist wohl mit dem Adressatenkreis, vermutlich einem Kreis von Neugetauften, die noch weiter zur Erkenntnis zu bringen sind, begründet. Der zweite Teil der Perikope unterscheidet sich grundlegend in der Form. Es handelt sich um ein Bildwort in Ich-Form, das dadurch einen Offenbarungscharakter annimmt. Das Wort von der Tür steht gegenläufig zum Schicksal der „Diebe und Räuber“, die die Tür vermeiden. So präsentiert sich der Gottessohn als Heilsbringer im Gegensatz zu anderen Unheilsbringern.


Für die Hörer der damaligen Zeit war das Bild vom Hirten und der Herde im Freien oder eingesperrt im Hof alltäglich. Zunächst greift Jesus den Vergleich mit der Tür auf. Mit der Aussage: ich bin die Tür erhebt Jesus einen unwahrscheinlichen Anspruch. "Er allein schenkt Lebensmöglichkeit, ohne ihn ist sie dem Menschen verschlossen."* Rätsel geben die erwähnten Diebe und Räuber auf. Wahrscheinlich handelt es sich um allgemeine Erlösergestalten und deren Heilsversprechen. Nachdem die Rede Jesu keiner strengen Logik folgt, scheint sie auf ein aktuelles Gemeindeproblem einzugehen, die sich eher auf den Hirten beziehen, werden mit der Tür in Verbindung gebracht – die inhaltliche Exaktheit war nicht die Absicht des Verfassers, sondern die Beziehung, die Jesus zu den Seinen hat. * Zitataus Felix Porsch, Johannes-Evangelium, Seite 109, Stuttgarter Kleiner Kommentar, Neues Testament 4


Die Hirtenrede Jesus steht im Zusammenhang mit der vorangehenden Blindenheilung und den nachfolgenden Auseinandersetzungen zum Tempelweihfest. Es geht in allen diesen Fällen um den Anspruch Jesu, der wahre Heilsbringer der Welt zu sein. Im Gegensatz zum Fremden, der seine Schafe nicht kennt, kennt der Hirte seine Schafe. Damit soll der messianische Anspruch unterstrichen werden. Verstärkt wird dies noch mit dem Motiv der Tür. Jesus selbst wird die "Tür" genannt, das heißt, er ist der einzige zum Heil führende Weg. Hinter diesen Bildern steht wohl die Auseinandersetzung Jesu mit den Juden um die Person Jesu. Es ist aber auch anzunehmen, daß zur Zeit der Entstehung des Johannes-Evangeliums Richtungskämpfe unter den Christen einen Hintergrund bilden. Die Bildrede vom Hirten ist dem palästinensischen Volksleben entnommen. So kommt jeden Morgen der Hirt zur Tür des Hofes oder Pferches für die Schafe und führt sie auf die Weide. Die Kirche der ersten Jahrhunderte hat Christus sehr oft und gern als den guten Hirten betrachtet und ihn so auch etwa in römischen Katakomben abgebildet. Überhaupt wurde durch alle Jahrhunderte hindurch das Bild vom guten Hirten in vielfältiger Weise künstlerisch als Motiv verwendet.