Wählen Sie Ihre gewünschte Schriftgröße



Kontexte 20.11.2016


Jesus Christus herrscht als König

Philipp Friedrich Hiller (1699 - 1769), in: EG 123.


Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muß.

Fürstentümer und Gewalten,
Mächte, die die Thronwacht halten,
geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel,
hier im irdischen Getümmel
ist zu seinem Dienst bereit.

Gott ist Herr, der Herr ist Einer,
und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich,
dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich.

Gleicher Macht und gleicher Ehren
sitzt Er unter lichten Chören
über allen Cherubim;
in der Welt und Himmel Enden
hat Er alles in den Händen,
denn der Vater gab es ihm.

Nur in Ihm - o Wundergaben!-
können wir Erlösung haben,
die Erlösung durch sein Blut.
Hört's: Das Leben ist erschienen,
und ein ewiges Versühnen
kommt in Jesu uns zugut.

Jesus Christus ist der Eine,
der gegründet die Gemeinde,
die Ihn ehrt als teures Haupt.
Er hat sie mit Blut erkaufet,
mit dem Geiste sie getaufet,
und sie lebet, weil sie glaubt.

Gebt, ihr Sünder, Ihm die Herzen;
klagt, ihr Kranken, Ihm die Schmerzen;
sagt, ihr Armen, Ihm die Not!
Wunden müssen Wunden heilen,
Heilsöl weiß Er auszuteilen,
Reichtum schenkt Er nach dem Tod.

Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen!
Willst du Gnade? Du sollst nehmen.
Willst du leben? Das soll sein.
Willst du erben? Du wirst sehen.
Soll der Wunsch aufs Höchste gehen:
Willst du Jesum? Er ist dein.

Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder
hier auf kurze Zeit darnieder,
und das Leiden geht zuvor.
Nur Geduld! Es folgen Freuden;
nichts kann sie von Jesu scheiden,
und ihr Haupt zieht sie empor.

Ihnen steht ein Himmel offen,
welcher über alles Hoffen,
über alles Wünschen ist.
Die gereinigte Gemeinde
weiß, daß eine Zeit erscheine,
wo sie ihren König küßt.

Jauchz' Ihm, Menge heilger Knechte,
rühmt, vollendete Gerechte,
und du Schar, die Palmen trägt,
und du Blutvolk in der Krone,
und du Chor vor seinem Throne,
der die Gottesharfen schlägt!

Ich auch auf der tiefsten Stufen,
ich will glauben, reden, rufen,
ob ich schon noch Pilgrim bin:
Jesus Christus herrscht als König,
alles sei Ihm untertänig,
ehret, liebet, lobet Ihn!



Königslied

Erich Przywara SJ (1889–1972) http://www.sins942.ch/liederbuch/079_o_du_mein_heiland.pdf


O Du mein Heiland hoch und hehr,
dem sich der Himmel beuget,
von dessen Liebe, dessen Macht
die ganze Schöpfung zeuget:
Christus mein König, Dir allein
schenk ich die Liebe stark und rein,
bis in den Tod die Treue.



Rundmarsch der Gefangenen - (aus den Moabiter Sonetten)

Albrechtr Haushofer (1903-1945), in: Das Buch der Gedichte. Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zusammengestellt von Marianne Hochhuth. Mit einem Vorwort von Max Rychner. Gütersloh (Bertelsmann) 1963.


In Moskau hab ich einst ein Bild gesehn.
Van Gogh, der Meister. Dunkler Quadern Bau.
Ein Innenhof. Gefangne grau in grau,
die hoffnungslos in engen Kreisen gehn.

Nun schau ich selber durch die Gitterstäbe
in einen Hof, darin man Menschen treibt
wie Herdenvieh, das noch zu hüten bleibt,
bevor man ihm das Beil zu spüren gebe.

Als Herrscher aller dieser grauen Bahnen
steht einer draußen, den die Lust erfüllt,
wenn andre leiden. Einer, der noch brüllt,

wenn andre schweigend schon die Wandlung ahnen,
die aus den Gräbern sprossend längst beginnt,
bevor sie rot in rote Ströme rinnt.



Lied vom Gezeichneten

Franz Werfel (1890-1945) in: Das Buch der Gedichte. Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zusammengestellt von Marianne Hochhuth. Mit einem Vorwort von Max Rychner. Gütersloh (Bertelsmann) 1963.


Wenn dich der Tod berührt hat,
 bist du nicht mehr beliebt,
Eh er dich abgeführt hat,
 Wirst du schon ausgesiebt.

Du warst ein muntrer Kunde,
 Du spieltest schön Klavier.
Nun rückt die Freundesrunde
 Geheimnisvoll von dir.

Einst hat man dich gepriesen
 Wie standest du im Saft,
Jetzt wirst du streng verwiesen
 In deine Einzelhaft.

Die Wangen wurden kleiner,
 Die Augen wurden groß.
Vielleicht fragt Irgendeiner:
 Was ist mit dem nur los?

Bevor du wirst dich strecken,
 Zur letzten Nacht bereit,
Mußt du den Zwieback schmecken
 Der Ausgestoßenheit.

Und eh du darfst entsinken
 Dem leergewordnen Kreis,
Bekamst du längst zu trinken
 Des Weltraums Äther-Eis.



Gott hör...

Else Lasker-Schüler (1869-1945), in: Das Buch der Gedichte. Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zusammengestellt von Marianne Hochhuth. Mit einem Vorwort von Max Rychner. Gütersloh (Bertelsmann) 1963.


Um meine Augen zieht die Nacht sich
Wie ein Ring zusammen.
Mein Puls verwandelte das Blut in Flammen
Und doch war alles grau und kalt um mich.

O Gott, und bei lebendigem Tage
Träum ich vom Tod.
Im Wasser trink ich ihn und würge ihn im Brot.
Für meine Traurigkeit gibt es kein Maß auf deiner Waage.

Gott hör ... In deiner blauen Lieblingsfarbe
Sang ich das Lied von deines Himmels Dach -
Und weckte doch in deinem ewigen Hauche nicht den Tag.
Mein Herz schämt sich vor dir fast seiner tauben Narbe.

Wo ende ich? - o Gott!! Denn in die Sterne,
Auch in den Mond sah ich, in alle deiner Früchte Tal.
Der rote Wein wird schon in seiner Beere schal ...
Und überall - die Bitternis - in jedem Kerne.



Dem unbekannten Gott

Friedrich Nietzsche (1844-1900), in: Das Buch der Gedichte. Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zusammengestellt von Marianne Hochhuth. Mit einem Vorwort von Max Rychner. Gütersloh (Bertelsmann) 1963.


Noch einmal, eh ich weiterziehe
Und meine Blicke vorwärts sende,
Heb ich vereinsamt meine Hände
Zu dir empor, zu dem ich fliehe,
dem ich in tiefster Herzenstiefe
Altäre feierlich geweiht,
Daß allezeit
Mich deine Stimme wieder riefe.
Darauf erglüht tief eingeschrieben
Das Wort: dem unbekannten Gotte.
Sein bin ich, ob ich in der Frevler Rotte
Auch bis zur Stunde bin geblieben,
Sein bin ich - und ich fühl die Schlingen,
Die mich im Kampf darniederziehn
Und, mag ich fliehn,
Mich doch zu seinem Dienste zwingen.

Ich will dich kennen, Unbekannter,
Du tief in meine Seele Greifender,
Mein Leben wie ein Sturm Durchschweifender,
Du Unfaßbarer, mir Verwandter!
Ich will dich kennen, selbst dir dienen.



Titulus König

Thomas Söding, Der König am Kreuz. Die Passionsgeschichten der Evangelien. Neutestamentliche Vorlesung im Wintersemester 2014/15, http://www.ruhr-uni-bochum.de/imperia/md/content/nt/nt/aktuellevorlesungen/vorlesungsskriptedownload/vlskriptews1415/skript_passionsgeschichte_ws_201415.pdf


Ein wichtiges Thema aller neutestamentlichen Leidensgeschichten ist der Königstitel, der über dem Kreuz geschrieben steht. Der titulus ist zwar rechtshistorisch nicht zweifelsfrei gesichert, aber wegen der Breite der neutestamentlichen Überlieferung wahrscheinlich. Sie ist mit dem Königstitel auch auf den kritischen Punkt des Pilatusprozesses in allen neutestamentlichen Überlieferungen bezogen.
Die Inschrift ist aber in allen Evangelien ein Bekenntnis sub contrario.
„König“ ist ein Messiastitel. Dass der Messias seinen Weg, die Königsherrschaft Gottes zu verkünden, am Kreuz vollendet, ist ein Strukturprinzip auch der synoptischen Evangelien. Die Verhöhnung dient der Verkündigung, die Abschreckung begründet eine eigentümliche Anziehung. Die rechtfertigt nicht die Kreuzigung, sondern den Gekreuzigten – als den, der die Mörder erlöst.



Top 100 Most Twitter Followers

Internet



Ich verachte den König in dir

Aus: Ulrich Schaffer, Gott in der Weite meiner Fantasie. Edition Schaffer, Kreuz Verlag, Stuttgart 2008.



Lied der Nachfolger Jesu

Aus: Huub Oosterhuis, Ich steh vor dir. Meditationen, Gebete und Lieder. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2005 (2004).



Der Archetyp des Königs

Aus: Anselm Grün, Kämpfen und lieben. Wie Männer zu sich selbst finden. Vier Türme Verlag, Münsterschwarzach 2003.



Christkönig

Aus: Manfred Scheuer, Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr. Herder Verlag, Freiburg Basel, Wien 2006.



Für immer geborgen

Aus: Phil Bosmans, Ostern mit Phil Bosmans. Ein Begleiter durch die Fasten- und Osterzeit, Verlag Herder Freiburg 2003.



Lebendig werden

Aus: Pierre Stutz, "Lebe, was dir Kraft gibt!", Herder Verlag Freiburg 2004.



Meine schöpferische Lebenskraft

Aus: Pierre Stutz, "Lebe, was dir Kraft gibt!", Herder Verlag Freiburg 2004.



Entscheide dich

Aus: Gerdi Stoll (Hrsg.), Ermutigungen für ein ganzes Jahr Hänssler Verlag Holzgerlingen 2004.



Christus

Aus: Benedikta Hintersberger OP, Andrea Kett, Hildegund Keul, Aurelia Spendel OP (Hrsg); Du bist der Atem meines Lebens. Das Frauengebetbuch. Schwabenverlag Ostfildern 2006.



Wer bist du, und wer bin ich?

Aus: Anton Rotzetter; Gott, der mich atmen lässt. Gebete Herderverlag Freiburg 1986.



Zu Christus, dem Erlöser

Aus: C Borgogno/G. Gandolfo (Hrsg); Gebete der Kirchenväter. Verlag Neue Stadt München Zürich Wien 1984.