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Kontexte 22.01.2017


Licht aus der Höhe

Aus: Lasset uns beten, liturgisch und persönlich. Hrsg. Von Josef-Anton Willa und Eduard Nagel mit Bildern von Franz Bucher im Auftrag des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz. Paulusverlag, Freiburg Schweiz 2014.


Das Benedictus - der prophetische Gesang des Zacharias aus dem Lukasevangelium (Lk 1,68-79) - ist im Stundengebet zum Höhepunkt der Landes, des Lobgebets der Kirche am Morgen, geworden. Und so können wir dieses Canticum im Zusammenhang der Liturgie von seinem Ende her verstehen. Das Licht des neuen Tages vertreibt das Dunkel der Nacht. Dies wird zum Gleichnis des Heilsgeschehens in Christus: „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.“

Durch das Licht Gottes ist uns für den Tag der Weg des Friedens eröffnet. Dieses Licht ist das Licht des Menschgewordenen wie das Licht des Auferstandenen. Angesichts der Macht der Todesschatten wird dieses Wort zum täglichen Wort eines mutigen Glaubens. Es wird zur täglichen prophetischen Zeitansage durch die betende Kirche. So wie Zacharias einst nach der wunderbaren Geburt seines Sohnes Johannes im prophetischen, neutestamentlichen Psalm die heilsgeschichtliche Stunde deutete, als Zeit neuer Befreiung, als Zeit der Erfüllung, als messianische Zeit, in der Befreite vor Gott stehen und ihm dienen. In der Liturgie der Kirche, in jeder Laudes, wird dies neu wahr.



Neues wagen

Christa Spannbauer in: Wege zur Mitte. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2016.


Nichts erfordert mehr Vertrauen in das Leben, als etwas Neues zu wagen. Und genau das ist es, wozu das Leben uns immer wieder ermuntern will: aufzubrechen zu neuen Ufern, Gewohntes zu verlassen, einen Schritt aus der Komfortzone herauszutreten und sich den frischen Wind der Veränderung um die Nase wehen zu lassen. Ein gelingendes Leben fordert es geradezu von uns ein, die eigenen Grenzen zu überschreiten, an Orte zu gehen, an denen wir noch nie waren, Menschen zu treffen, die bislang noch Fremde waren und damit das Gewohnte, Vertraute und auch Schützende hinter uns zu lassen. Das heißt es, sich dem Leben anzuvertrauen. Es bedarf hierfür keiner waghalsigen Abenteuer, es sind oft bereits die kleinen Schritte aus der täglichen Routine, die neuen Schwung ins Leben bringen.



Neuland betreten

Aus: Margot Käßmann, In der Mitte des Lebens. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2009/2013.


Es kann passieren, dass wir in der Mitte des Lebens einfach an uns selbst vorbeilaufen. Dann ignorieren wir, wo wir stehen, und machen einfach täglich weiter, und es folgt Trott auf Trott. Aber das Leben ändert sich, und um seinen Herausforderungen zu begegnen, ist eine innere Balance notwendig, eine Übereinstimmung von Innen und Außen, braucht es Gelassenheit und Ruhe, ohne die wir nicht die Kraft haben, unser Leben bewusst zu gestalten. Das kann von Mensch zu Mensch sehr verschieden aussehen, aber es bedarf eines Innehaltens. Immer wieder einmal ist sozusagen ein Stoppschild nötig, das signalisiert: Halt mal an und schau, wer du bist und wo du stehst. Und dann betritt mutig neues Land.



Sendung

Aus: Bruno Forte, Zur Freiheit hast du uns befreit. Gebet. Verlag Neue Stadt, München Zürich Wien 1993.


Leben heißt
Wagnis,
offene Möglichkeit,
Suchen und Unruhe
ausgelöst durch das Nichtverfügbare:
Unverfügbarer Gott,
du kommst von der Zukunft her:
Laß uns für dich leben,
unsem Mann stehen
ohne befriedigende Sicherheiten,
ohne blindmachende Anmaßung.
Laß uns immer unterwegs sein
zu einem größeren Licht,
damit wir das Erdreich werden,
das dich aufnehmen kann
im Herzen der Welt.
Amen. Halleluja!



Der Morgenstern ist aufgedrungen

Strophe 1: 15. Jahrhundert, Strophen 2-4: Daniel Rumpius 1587, bearbeitet von Otto Riehtmüller 1932, in: EG 69.



Du Morgenstern, du Licht vom Licht

Johann Gottfried Herder (vor 1800), in: EG 74.



Gebet in der Frühe des Tages

Dietrich Bonhoeffer 1943 in: EG Rheinland 866.



Immer sind wir Zeugen

Wolfgang Koeppen, Jugend, SV 500, Frankfurt‘/Main: Suhrkamp 1976.



Arbeitsstrich

Für einen Hungerlohn auf den "Arbeitsstrich", in: Aachener Nachrichten, Die Seite Drei, Freitag, 17. Januar 2014.



»Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre«

Aus: Karl Kardinal Lehmann, Frei vor Gott. Glauben in öffentlicher Verantwortung. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2003.



Dialog der Religionen

Aus: Leonardo Boff, Tugenden für eine bessere Welt. Butzon & Bercker Publik-Forum Edition Kevelaer 2009.



differenz

Aus: Said, Psalmen. C. H. Beck Verlag, München 2007.



Leidenschaftliche Gottsucher

Aus: Bischof Kurt Koch, Fenster sein für Gott. Unzeitgemäße Gedanken zum Dienst in der Kirche. Paulusverlag, Freiburg Schweiz 2002.



Zu den Mitmenschen von heute aufbrechen

Aus: Bischof Kurt Koch, Fenster sein für Gott. Unzeitgemäße Gedanken zum Dienst in der Kirche. Paulusverlag, Freiburg Schweiz 2002.



Ökumene

Aus: Phil Bosmans, Gott nicht zu glauben, Herder, Freiburg 4. Aufl .1991, 108



Komm und folge mir nach

Josef Dirnbeck / Martin Gutl, Ich weiß, wem ich glaube, Graz 1995, 99.



JüngerIn

Wilhelm Bruners, Verabschiede die Nacht, Düsseldorf 1999, 107



Nachfolge

Christa Peikert-Flaspöhler, in: Beten durch die Schallmauer,, Düsseldorf 1994, 58.